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Stromspeicher im Carport unterbringen - ist sowas möglich?

Von: Dennis Rosenfeld

Stromspeicher im Carport

Photovoltaik auf dem Hausdach produziert zuverlässig Strom, doch ohne passenden Speicher verpufft ein großer Teil davon ungenutzt. Keller und Garage gelten als bewährte Aufstellorte für die Batterie, allerdings bieten längst nicht alle Wohngebäude genügend Platz in diesen Räumen. Gerade bei älteren Häusern fehlt oft ein trockener, gut belüfteter Bereich, der sich für empfindliche Akkutechnik anbietet. Manche Eigentümer schauen sich deshalb auf ihrem Grundstück nach Alternativen um und entdecken dabei den Autounterstand als möglichen Standort für das Speichersystem. Die Idee klingt verlockend, wirft aber sofort berechtigte Bedenken auf.

Nicht jeder Carport taugt automatisch als Lagerplatz für einen Stromspeicher. Offene Konstruktionen setzen das Gerät wechselnder Witterung aus, und direkte Sonneneinstrahlung belastet die Zellen im Hochsommer zusätzlich. Außerdem greifen bei der Installation elektrischer Komponenten unter einer Autoüberdachung andere Vorschriften als innerhalb eines geschlossenen Gebäudes. Brandschutzabstände und die richtige Luftzirkulation spielen bei der Planung deshalb eine zentrale Rolle.

Trotzdem ist die Unterbringung im Unterstand für das Auto unter bestimmten Voraussetzungen durchaus realisierbar. Mehrere namhafte Hersteller vertreiben inzwischen Modelle, die explizit für den Außenbereich konzipiert wurden und deutlich robuster gegenüber starken Klimaschwankungen ausfallen. Welche baulichen Anpassungen dafür nötig sind und worauf es bei der konkreten Umsetzung tatsächlich ankommt, klärt dieser Ratgeber für Hauseigentümer in Deutschland.

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Inhalt

Was Normen und Produzenten für den Unterstand verlangen

Entscheidend für die Aufstellung eines Stromspeichers im Carport ist die Schutzart des Gehäuses. Nur Geräte mit einer Zertifizierung nach IP65 oder höher widerstehen Staub und Spritzwasser sowie der dauerhaft erhöhten Luftfeuchtigkeit, die in einem Autounterstand zwangsläufig auftritt. Herkömmliche Innenraummodelle mit IP21 oder IP44 verlieren unter diesen Bedingungen schnell ihre Garantie und riskieren Korrosionsschäden an der empfindlichen Elektronik. Bei der Zelltechnologie raten Elektrofachleute zu Lithium-Eisenphosphat-Akkus, kurz LFP. Solche Batterien vertragen deutliche Temperaturschwankungen zwischen minus 10 und plus 50 Grad Celsius besser als ältere NMC-Varianten und erreichen dabei laut einer Studie der RWTH Aachen ein Brandrisiko von lediglich 0,005 Prozent.

Gemäß VDE-Anwendungsregel 2510-50 muss am Aufstellort eine ausreichende Belüftung gewährleistet sein. Im Carport erfüllt die unverkleidete Bauweise diese Vorgabe meistens von selbst, weil hier ein natürlicher Luftaustausch stattfindet. Dennoch verlangen die meisten Produzenten rund 20 bis 30 Zentimeter Freiraum an allen Seiten, damit die entstehende Abwärme im Betrieb ungehindert entweichen kann. Zusätzlich dürfen keine brennbaren Materialien wie Benzinkanister oder Holzstapel in unmittelbarer Nähe lagern. Auch der Untergrund hat große Bedeutung: Eine ebene, frostsichere Bodenplatte aus Beton verhindert, dass Feuchtigkeit von unten in das System eindringt, und sichert obendrein die nötige Stabilität für wandmontierte Einheiten.

Befestigt wird der Speicher typischerweise an einer tragfähigen Rückwand oder einem verstärkten Pfosten, wobei pralle Sonne auf das Gehäuse durch ein kleines vorgelagertes Schutzelement oder die Ausrichtung nach Norden vermieden werden sollte. Für den elektrischen Anschluss muss ein qualifizierter Fachbetrieb eine eigene Zuleitung vom Hausverteiler zum Unterstand verlegen, die den geltenden Anforderungen der aktuellen DIN VDE 0100 entspricht.

Neun Punkte die vor der Montage im Carport geklärt sein sollten

  • Nur Speicher mit Schutzart IP65 oder höher für den Einsatz im Carport verwenden
  • Herkömmliche Innenraummodelle mit IP21 oder IP44 sind ungeeignet und verlieren ihre Garantie
  • Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) wählen, da sie Temperaturschwankungen besser vertragen als NMC-Varianten
  • Gemäß VDE-Anwendungsregel 2510-50 muss ausreichende Belüftung am Aufstellort vorhanden sein
  • Mindestens 20 bis 30 Zentimeter Freiraum an allen Seiten des Geräts einhalten
  • Keine brennbaren Materialien wie Benzinkanister oder Holzstapel in der Nähe lagern
  • Ebene, frostsichere Bodenplatte aus Beton als Untergrund vorsehen
  • Direkte Sonneneinstrahlung auf das Gehäuse durch Schutzelement oder Nordausrichtung vermeiden
  • Eigene Zuleitung vom Hausverteiler nach DIN VDE 0100 durch einen Fachbetrieb verlegen lassen
PV Speicher unter dem Carport

Zwischen Deckungslücke und Kabelfrost

Abseits der rein konstruktiven Vorbereitung bringt die Positionierung im Carport auch versicherungsrechtliche Aspekte mit sich. Befindet sich der Stromspeicher außerhalb des Wohnhauses, greift die bestehende Gebäudepolice häufig nicht ohne Weiteres. Immobilienbesitzer sollten den Versicherer deshalb vor dem Einbau schriftlich informieren und klären, ob Schäden durch Überspannung oder Wettereinflüsse abgedeckt sind. Kommt keine entsprechende Ergänzung im Vertrag zustande, droht im Ernstfall eine kostspielige Deckungslücke. Häufig reicht bereits ein kleiner Zusatzbaustein in der Police aus, um den versicherungstechnischen Schutz auf die extern verbaute Energietechnik auszuweiten. Parallel dazu verdient die Absicherung gegen Diebstahl besondere Aufmerksamkeit. Weil der Autounterstand nach mindestens einer Seite offen steht, empfehlen Installateure einen fest verschließbaren, robusten Metallschrank oder eine verschraubte Schutzbox rund um die Akkueinheit. Ergänzend erschweren codierte Sicherheitsschrauben ein schnelles Abmontieren durch Dritte.

Sobald die Außentemperatur den Gefrierpunkt erreicht, verliert jeder LFP-Akku vorübergehend an Kapazität. Hochwertige Outdoor-Ausführungen reagieren darauf mit integrierten Heizelementen, die sich bei weniger als fünf Plusgraden von allein zuschalten und die Akkuzellen konstant auf Betriebswärme bringen. Diese Funktion verbraucht zwar etwas Energie, bewahrt die Batteriechemie aber vor dauerhaften Kälteschäden. Einmal pro Jahr empfiehlt sich außerdem eine gründliche visuelle Sichtkontrolle aller Kabelanschlüsse und Dichtungen, weil Sonnenlicht und wechselnde Witterungsbedingungen das Isoliermaterial mit der Zeit spröde werden lassen.

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Ein letzter Blick

Zusammengefasst ergibt sich ein klares Bild: Den Stromspeicher im Carport unterzubringen, funktioniert unter den hier geschilderten Rahmenvorgaben einwandfrei. Schutzklasse und normgerechte Frischluftversorgung bilden zusammen mit passender LFP-Chemie das Fundament für einen störungsfreien Einsatz jenseits der eigenen vier Wände. Ebenso verlangt ein angepasster Versicherungsvertrag volle Beachtung noch vor der Erstinstallation. Diebstahlsicherung und konsequente jährliche Pflege runden das Gesamtkonzept ab, während ein winterfester Batteriespeicher bei Minusgraden eigenständig gegensteuert.

Besitzer, deren Kellerräume belegt oder schlicht zu klein sind, finden im eigenen Autounterstand eine pragmatische Lösung. Anstatt kostspielig neue Räumlichkeiten zu schaffen, nutzen sie gegebene Bausubstanz und profitieren trotzdem von einem höheren Eigenverbrauchsanteil ihrer PV-Anlage. Überschüssiger Sonnenstrom landet dann nicht mehr im öffentlichen Netz, sondern wartet abends auf den Moment, in dem Herd oder Waschmaschine laufen. Dieses Konzept amortisiert sich schneller als ein aufwendiger Kellerumbau, weil keine Baukosten für zusätzliche Quadratmeter anfallen.

Am Ende trennt gewissenhafte Projektierung gelungene Umsetzungen von teuren Fehlversuchen. Jeder hier vorgestellte Punkt lässt sich mit überschaubarem Aufwand umsetzen, sofern qualifizierte Fachkräfte frühzeitig eingebunden werden. Dieser Leitfaden liefert jedem Interessenten dafür die erforderliche Orientierung und zeigt, dass der Unterstand weitaus mehr leisten kann als bloß ein Dach über dem Fahrzeug. Das Resultat spiegelt sich spätestens bei der nächsten Stromabrechnung merklich wider.