Fahrräder lehnen an der Hauswand, Campingausrüstung verstopft den Keller und für Winterreifen findet sich nirgendwo ein geschützter Abstellort. Viele Eigenheimbesitzer in Deutschland kennen das Problem nur zu gut, obwohl ihr Grundstück eigentlich ausreichend Fläche bieten würde. Besonders frustrierend wird es, wenn teure Gartengeräte oder empfindliches Sportzubehör mangels überdachter Lagermöglichkeit dauerhaft im Freien stehen müssen. Regen und Frost setzen den ungeschützten Sachen mit jeder Jahreszeit stärker zu, sodass am Ende oft nur noch Schrott übrig bleibt. Eine überraschend naheliegende Antwort auf diesen chronischen Platzmangel liegt buchstäblich über dem Kopf.
Das Satteldach am Carport erzeugt durch seine Neigung automatisch einen Hohlraum oberhalb der Parkfläche, den die allermeisten Fahrzeugbesitzer komplett ungenutzt verfallen lassen. Mit überschaubarem Aufwand lässt sich dieser Bereich jedoch zum vollwertigen Dachboden umgestalten. Saisonale Gegenstände verschwinden dort oben schnell aus dem Blickfeld und bleiben trotzdem jederzeit griffbereit. Anders als ein separater Geräteschuppen benötigt der Stauraum unter dem Spitzdach keine zusätzliche Grundfläche auf dem Gelände. Eigentümer mit begrenztem Außenbereich profitieren spürbar von diesem ungenutzten Raum im Giebel, weil er wertvollen Platz für alles eröffnet, was im Haus oder in der Garage nicht mehr unterkommt. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein sollten und worauf bei Planung sowie Umsetzung geachtet werden muss, klärt dieser Ratgeber.
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Inhalt
Vom leeren Spitzdach zum nutzbaren Abstellbereich über dem Stellplatz
Dachwinkel und Gesamtbreite der Konstruktion bestimmen, wie viel Nutzfläche über den Autos tatsächlich entsteht. Bei einem typischen Satteldach Carport mit 25 bis 30 Grad Steigung und sechs Metern Spannweite ergeben sich je nach Firsthöhe vier bis acht Quadratmeter nutzbarer Stauraum. Das reicht für Dachboxen oder Weihnachtsdekoration, die nur wenige Wochen im Jahr zum Einsatz kommen. Entscheidend für den praktischen Nutzen ist der Zugang zum Dachboden. Eine fest montierte Einschubtreppe lässt sich bei Bedarf ausklappen und beansprucht im eingeklappten Zustand keinerlei Bodenfläche. Alternativ genügt eine stabile Klappleiter in Kombination mit einer gedämmten Bodenluke, die das Innere vor Zugluft schützt. Die Luke sollte mindestens 60 mal 120 Zentimeter messen, damit sperrige Kisten bequem hindurchpassen. Damit eingelagerte Utensilien trocken aufbewahrt werden, empfiehlt sich eine einfache Dampfbremse an der Dachinnenseite.
Auch eine kleine Lüftungsöffnung im First verhindert Kondenswasser und sorgt für gute Luftzirkulation im Lagerbereich. Stapelbare Kunststoffboxen helfen, den verfügbaren Dachraum bis in die letzte Ecke auszunutzen. Erhöhte Aufmerksamkeit verdient die Tragfähigkeit der Deckenkonstruktion, denn nicht jedes Holztragwerk ist von vornherein für schwere Lasten dimensioniert. Gut ausgelegte Zwischendecken verkraften üblicherweise 75 bis 150 Kilogramm Traglast. Wer schwerere Objekte wie Autoreifen oder Werkzeugkisten einlagern möchte, sollte vorab einen Statiker hinzuziehen. Selfstorage-Anbieter verlangen hierzulande für ähnliche Kapazität locker 100 bis 400 Euro im Monat. Der einmalige Ausbau des Spitzdachs amortisiert sich im Vergleich dazu innerhalb weniger Jahre und erspart obendrein die regelmäßige Anfahrt zu einem Lagercontainer am Stadtrand. So verbindet ein Carport mit Satteldach Wetterschutz und Lagerfläche, ohne dass dafür ein zweites Gebäude errichtet werden müsste.
Schnelle Orientierungshilfe
- Dachschräge von 25 bis 30 Grad und 6 Meter Baubreite liefern vier bis acht m² Ablagefläche
- Aufstieg per Klapptreppe oder Faltleiter mit isolierter Bodenöffnung absichern
- Lichte Öffnung von 60 mal 120 cm wählen, damit breite Behälter mühelos nach oben gelangen
- Feuchtigkeitssperre an der Innenseite der Dachhaut bewahrt gelagertes Material vor Nässe
- Belüftungsschlitz im Firstbereich beugt Schwitzwasser und Schimmelbildung wirkungsvoll vor
- Belastungsgrenze vor dem Befüllen beim Fachmann prüfen (oft 75 bis 150 kg pro m²)
- Ausgaben für externe Mietboxen übersteigen den Preis des nötigen Umbaus nach kurzer Zeit
Baugenehmigung und Versicherung
Baurechtlich verändert ein begehbarer Lagerraum unter dem Spitzdach die Einstufung des jeweiligen Projekts. Zahlreiche Landesbauordnungen erlauben Carports bis 3 m mittlerer Wandhöhe ohne formelles Genehmigungsverfahren. Sobald ein ausgebauter Dachboden hinzukommt, sprengt der Baukörper diesen Grenzwert und das zuständige Amt fordert einen vollständigen Bauantrag. Je nach Bundesland kann die maximal zulässige Bruttogrundfläche bei 30 bis 50 m² liegen, wobei der Stauraum im Spitzdach in die Berechnung einfließt. Vor dem Baubeginn lohnt sich ein Blick in den kommunalen Bebauungsplan, der neben Abstandsregeln auch die erlaubte Dachform für Unterstellplätze vorschreibt. Der Grenzabstand zum Nachbarn beträgt normalerweise 3 m und fließt in jede Bewertung ein. Der Satteldach Carport fügt sich in bestehende Wohnhausarchitektur harmonisch ein und löst selten Sonderregelungen aus.
Mindestens genauso wichtig ist die Versicherungsfrage. Im Rahmen der Wohngebäudeversicherung ist der Carport als bauliche Struktur regulär mitgeschützt, sofern er auf dem identischen Versicherungsgrundstück steht. Für bewegliche Dinge im Dachgeschoss greift die Hausratversicherung, allerdings mit einer Klausel. Etliche Policen deckeln die Erstattung bei Nebengebäuden auf fünf bis zehn Prozent der Versicherungssumme. Hochwertiges Equipment gehört explizit in den Vertrag oder erfordert eine Anpassung der Deckungshöhe. Wer Baugenehmigung und Versicherungsschutz rechtzeitig vor dem Spatenstich regelt, baut den Stauraum im Carport von Anfang an auf sicherem Boden.
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Endgültiges Urteil über den doppelten Nutzen
Zugegeben, etwas Vorbereitung steckt dahinter. Weder die amtliche Freigabe noch der Abgleich mit dem Schadensschutz erledigen sich von allein, und beim Tragwerk gibt es richtige wie falsche Wege. Der Gewinn überwiegt allerdings deutlich. Statt jeden Herbst Skiausrüstung und Festtagsdekoration kreuz und quer im Wohnzimmer anzuhäufen, wandern solche Habseligkeiten geordnet in den Dachboden über dem Stellplatz. Das Satteldach Carport liefert auf diese Art zwei Funktionen unter einer einzigen Dachfläche und spart die Kosten für eine gesonderte Nebenanlage oder einen teuren Anbau. Optisch passt das Spitzdach ohnehin besser als jede Flachkonstruktion, weil es die Linienführung des Hauptgebäudes aufnimmt und dem Anwesen Charakter verleiht.
Wer Standsicherheit und amtlichen Rahmen im Vorfeld sorgfältig durchdenkt, hat jahrelang Ruhe und keinerlei Konflikte zu befürchten. Bei knappem Budget rechnet sich der Stauraum im Carport dennoch, weil eingesparte Fremdlagermieten die anfängliche Investition rasch ausgleichen. Auch die Ordnung auf dem Wohngrundstück verbessert sich merklich, sobald klobige Gerätschaften einen festen Ort bekommen und nicht länger im Weg herumstehen. Gerade Familien mit wenig Wohnraum ziehen enormen Vorteil daraus, wenn der Speicher über dem Carport zur festen Anlaufstelle für alles wird, was nur zeitweise gebraucht wird. So wächst der Carport über seinen ursprünglichen Zweck hinaus und verwandelt sich in ein festes Ordnungssystem.