Bei einem Carport handelt es sich um eine Überdachung, die dem Schutz der Fahrzeuge dient. Alternativen zum Carport sind die Garage oder der einfache Stellplatz. Mit einem "Auto-Hafen" entscheiden sich Hausbesitzer für einen Mittelweg zwischen einem vollständig umschlossenen Bauwerk und dem fehlenden Schutz für die Fahrzeuge. Heute kennt jedermann den praktischen Carport. Trotz verschiedener Bauweisen, Materialien und Designs weisen alle Modelle starke Übereinstimmungen auf.

Doch was ist die Geschichte der Carports, die heutzutage nicht mehr aus dem Leben der Menschen hinweg zu denken sind? Schließlich handelt es sich beim zeitgenössischen Carport keinesfalls um eine moderne Erscheinung, die erst im 21. Jahrhundert Einzug in das Leben der Menschen erhielt.

Was ist ein Carport?

Der Carport ist ein überdachter Stellplatz für Fahrzeuge. Bei der Bezeichnung handelt es sich um eine Wortneuschöpfung, die sich aus dem Wort „Car“ und „Port“ zusammensetzt. Die deutschsprachige Übersetzung der Wortneuschöpfung wäre Autohafen. Dieser soll Schutz für die eigenen Fahrzeuge bieten. In Abgrenzung zu Garage und Stellplatz ist das Carport lediglich überdacht. Die Seitenwände sind offen, während das Dach vor Schnee, Regen und Co. schützt.

Die Historie

Die Geschichte des CarportsDer Begriff Carport wurde erstmals regelmäßig verwendet, als der Architekt Frank Lloyd Wright mit diesen Bauten seine architektonischen Meisterwerke versah. Zunächst wurden somit die Autounterstände bei den sogenannten Prairie Houses gebaut. Bei diesen handelt es sich um einen typischen Baustil der postkolonialen Architektur Amerikas. Allerdings beschränkte sich der Einsatz der Carports nicht ausschließlich auf die Prairie Houses. Später entschied sich der Architekt auch in seinem Usonia-Stil sie einzusetzen. Dieser Baustil zielte auf eine neue Gestaltung des urbanen Lebens ab. Bei den Häusern handelte es sich um kleine einstöckige Bauwerke ohne Garagen. Anstelle der Lagerplätze und Garagen gab es die Carports, die Stauraum und Stellplatz für Fahrzeuge gleichermaßen miteinander verbanden.

Doch warum setzte Frank Lloyd Wright nicht auf die herkömmlichen Garagen? Der Architekt war der Auffassung, dass Hausbesitzer Garagen nicht zum Parken von Autos verwenden, sondern vielmehr als Lagerraum benutzen. Dies führt jedoch den eigentlichen Zweck ad absurdum. Folglich schuf er die sogenannten Carports, die aufgrund der offenen Bauweise nicht für die wetterfeste Lagerung von Gegenständen gedacht waren. Seiner Auffassung nach sind Fahrzeuge aufgrund ihrer robusten Bauweise prädestiniert, unter einem Unterstand zu stehen. Dieses bietet günstigen und zugleich effektiven Schutz für Autos.

Der Aufbau

Carport GeschichteDie Hersteller der Carports setzen auf Vielfalt. Unterschiedliche Materialien wie Holz, Aluminium oder Stahl können Grundlage des Carports sein. Bei der Dachform gibt es ebenfalls deutliche Unterschiede. Die einfachste Variante ist das Flachdach. Etwas aufwändiger sind Walm- oder Satteldach. Mittlerweile gibt es auch Carports, die nicht an allen Seiten offen sind. Mit einzelnen Elementen lassen sich Seiten verschließen, wobei in Abgrenzung zur Garage mindestens eine Seite offenbleiben muss.

Die Carports und ihre Anwendung heute

Ca. ein Jahrhundert nach der erstmaligen Verwendung des Begriffs haben sich Carports durchgesetzt. Die modernen Versionen sind meist aus Leichtmetall gefertigt. Die modulare Bauweise bietet Hausbesitzern die Chance, schnell und einfach ein Carport aufzubauen. Zudem können die Handwerker individuelle Vorlieben und örtliche Gegebenheiten berücksichtigen. Mittlerweile ist das Carport weitaus mehr, als eine effektive und günstige Methode, das Auto zu schützen. Sie sind Stilelemente für die Architektur des gesamten Gebäudes.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Im Vergleich zur Garage kann das Carport mit einigen Vorteilen überzeugen. Die offene Bauweise des Unterstands vereint ein leichtes Design mit einer eleganten Optik. Die nähere Umgebung wird mit mehr Licht versorgt. Zudem hat es gesundheitliche Vorzüge, da Feinstaub und Abgase schneller entweichen können. Dem stehen jedoch einige Nachteile gegenüber. Die offene Bauweise und fehlenden Seitenwände können keinen Schutz gegenüber Diebstahl, Vandalismus und Beschädigungen bieten.

Carports: lange Historie, ein voller Erfolg

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts begann der Siegeszug des Carports in den USA. Anstelle der typischen Garagen setzte der Architekt Frank Lloyd Wright aus praktischen und optischen Gründen auf eine offene Bauweise. Der Carport setzte sich im Laufe der Jahre durch. Heute gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Gestaltungsmöglichkeiten, sodass die Carports weitaus mehr als eine bloße Schutzfunktion erfüllen. Neben einem witterungsbeständigen Platz für die eigenen Fahrzeuge lassen sich auf dem Dach Photovoltaikanlagen installieren oder Elemente zur Begrünung pflanzen. Rückblickend sind die Carports nach fast 100-jähriger Geschichte ein voller Erfolg.

Kommentieren