Titelbild: (Ravil Sayfullin/Shutterstock)

Wer in Deutschland bauliche Veränderungen auf seinem Grundstück vornehmen möchte, braucht grundsätzlich erst einmal eine Baugenehmigung. Dies gilt sowohl für Gartenhäuser oder Werkzeugschuppen als auch für Garagen, Wintergärten, Saunahütten oder eben auch für ein Carport. Doch da es in Deutschland keine allgemein gültige Gesetzgebung gibt, können die Bestimmungen und Voraussetzungen zum Bau von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen. 

Das Carport und seine Vorzüge
Für viele Deutsche ist das Auto nicht nur ein alltäglich genutzter Gebrauchsgegenstand, sondern auch ein Statussymbol. Der Werterhalt des Fahrzeuges spielt daher meist eine große Rolle. Ein Carport kann dabei recht nützlich sein, zum Beispiel wenn nicht genügend Platz für ein Bau einer Garage vorhanden ist:

  • Ein Carport schützt bei praller Sonne im Sommer Ihr Auto vor dem Aufheizen und macht das Einsteigen so erträglicher.
  • Der empfindliche Lack des Fahrzeuges wird vor den schädlichen und aggressiven UV-Strahlungen geschützt und verblasst nicht.
  • Lackschäden durch häufige Autowäschen wegen bspw. eingefressenen Vogelkotes entfallen durch das Abstellen in einem Carport.
  • Das Fahrzeug wird weniger durch klebrige Pollen und andere Umwelteinflüsse verschmutzt.
  • Beim Anbau eines Carports direkt an das Haus vereinfacht es den Weg bei strömenden Regen. 

All diese Vorteile führen dazu, dass sich immer mehr Grundstückbesitzer für den Bau eines Carports interessieren. Um jedoch Ärger zu vermeiden, sollte im Vorfeld einiges beachtet werden. 

Deutschland Imagemap für Baugenehmigung Carport

Ohne Baugenehmigung Carport errichten

Wer ein Carport wissentlich oder unwissentlich ohne eine Baugenehmigung errichtet, muss mit harten Strafen und zusätzlichen Mehrkosten für eventuelle bauliche Änderungen oder im schlimmsten Fall auch mit dem Abriss des neuen Unterstandes für sein Auto rechnen, denn das deutsche Bauamt versteht in dieser Hinsicht keinen Spaß. Viele Städte und Gemeinden greifen hier hart durch. Und wer es sich mit dem Bauamt verscherzt, kann auch zu späteren Zeiten Schwierigkeiten bei der Erteilung von Baugenehmigungen aller Art bekommen. In den meisten Fällen wird das Bauamt der zuständigen Kommune durch Anzeigen aus der Nachbarschaft auf das Bauvorhaben aufmerksam, denn nicht selten kommt es zu Streitigkeiten, selbst wenn alle Richtlinien und Auflagen sowie die erforderlichen Abstände zum Nachbargrundstück eingehalten wurden. Doch wenn Sie in einem solchen Fall eine gültige Carport Baugenehmigung vorlegen können, dann stehen Sie auf der sicheren Seite und brauchen sich über Konsequenzen keine Sorgen machen. 

 

Das Nachbarrecht - hilfreich für eine Carport Baugenehmigung

Neben dem eventuellen Bauantrag und den landesrechtlichen und kommunalen Vorschriften scheitert der Bau des eigenen Carports oftmals auch an den Streitereien mit den lieben Nachbarn, denn auch die Nachbarn haben eigene Rechte. Diese sind in der BauNVO, der Verordnung über die bauliche Nutzung von Grundstücken festgelegt. 
Auch wenn im Normalfall in Deutschland die Carports ohne Genehmigung der Nachbarschaft aufgebaut werden dürfen, wenn einige Regeln eingehalten werden, so muss ab einer bestimmten Größe die schriftliche Genehmigung vom Nachbareigentümer eingeholt werden. Dies gilt, wenn die Maße von 9 Metern Länge und 3 Metern Höhe für das Carport überschritten wird. In manchen Städten und Gemeinden weicht diese Vorlage jedoch ab. Besser, Sie informieren sich vorab im Bauamt über die geltenden Bestimmungen. In verschiedenen Gemeinden und Kommunen kann die Genehmigung vom Nachbareigentümer formlos erfolgen, in anderen Bundesländern muss diese jedoch auch beurkundet werden und in dem sogenannten "Verzeichnis für Baulasten" eingetragen werden. In den Richtlinien des Bauordnungsamtes und in der Landesbauordnung finden Sie die jeweilig geltenden Vorlagen zur Grundstücksbebauung. 


Baugenehmigung Carport - Darauf sollten Sie achten

Einige Bundesländer haben die Bestimmungen gelockert und erlauben den Bau eines Carports bis zu einer bestimmten Grundfläche und Höhe auch ohne vorherige Baugenehmigung. Wer auf seinem Grundstück einen Carport aufstellen möchte, sollte sich daher vor dem Kauf des Baumaterials und dem ersten Spatenstich erst einmal beim zuständigen Bauamt seiner Kommune erkundigen, ob für den Bau eines Carports eine Baugenehmigung nötig ist. Sollte dies der Fall sein, bedarf es mehrerer Unterlagen. Da die Bestimmungen zur Erteilung einer Baugenehmigung jedoch in den einzelnen Gemeinden unterschiedlich sind, kann man schwer voraussagen, welche Unterlagen genau benötigt werden. Auch hier hilft ein kurzer Anruf bei der entsprechenden Behörde oder ein Blick ins Internet. Grundsätzlich sollte aber jeder, der eine Carport Baugenehmigung beantragen möchte, eine Baubeschreibung mit Skizze (im Maßstab 1 zu 100) in verschiedenen Ansichten und einen Lageplan (also einen Auszug aus dem Liegenschaftskataster) sowie einen aktuellen Grundriss vorlegen können. Ebenfalls oftmals verlangt werden statische Berechnungen vom Fachmann. Der Bauantrag selbst wird bei Vorlage aller erforderlichen Unterlagen dann von einem qualifizierten Fachmann wie einem Architekten oder Bauingenieur speziell für Ihr Bundesland und den dort herrschenden Auflagen erarbeitet. Wenn Sie sich die Arbeit im Vorfeld etwas erleichtern möchten, so können Sie auch auf spezielle Webseiten im Internet (zum Beispiel: Bauantragsserivce von easycarport) gehen und dort einen Bauantrag für sich stellen lassen. Der Vorteil, die qualifizierten Mitarbeiter kennen sich mit den Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes bestens aus. Sie ersparen sich dadurch zeitraubende Rennereien und lästige Wartezeiten beim Bauamt.


Baugenehmigung Carport - Das Fazit

Ein Carport bietet den optimalen Schutz vor Umwelteinflüssen wie Eis, Schnee, Hagel, Regen oder extreme Sonne sowie Vogelkot oder herabstürzende Äste. Da ein Carport weniger Platz einnimmt und auch preiswerter in der Anschaffung als eine Garage ist, ist ein Carport eine gute Alternative zu einer Garage. Doch das Aufstellen bedarf fast überall in Deutschland einer Genehmigung durch das zuständige Bauamt, denn die deutsche Bürokratie macht es den Häuslebauern im eigenen Land nicht immer einfach. 
Zu beachten sind unbedingt auch die Größe des Unterstandes und ein ausreichender Abstand zum Nachbargrundstück, um späteren Ärger zu vermeiden. Wer sich Zeit und Wege ersparen möchte, kann die Carport Baugenehmigung auch online vom Fachmann einholen lassen.

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