Es ist einfach großartig, wenn man im Sommer auf dem Balkon, auf der Terrasse oder im Garten grillen kann. Auch wenn Nachbarn sich ab und an ob des Rauchs beschweren wollen: Das deutsche Recht sieht durchaus vor, dass abendliche Partys mit Elektro-, Gas- oder Holzkohlengrill erlaubt sind. Solange die Nachtruhe eingehalten wird und die Nachbarschaft nicht zu sehr mit Rauch belästigt wird, ist die Grillparty erst einmal erlaubt. Moment mal: Ruhe? Rauch? Besser, man hält etwas Abstand zu den Nachbarn! Weit weg vom Nachbargrundstück bedeutet nun aber, dass der Grill nahe am eigenen Haus steht. Wie sieht das mit dem Brandschutz aus? Und vor allem: Wenn Autounterstände ans Haus angebaut sind - kann man dann vielleicht auch bei feuchter Witterung den Grillplatz im Unterstand errichten? Oder noch besser, den Carport vielleicht direkt als Grillplatz anlegen? Alles ist möglich, solange ein paar einfache Prinzipien beachtet werden. Wir haben die wichtigsten Tipps und Tricks zusammengetragen, damit das Grillen im Carport Spaß macht und möglichst wenige Risiken birgt. Von Brandschutz über Rauchabzug bis hin zu raucharmem Grillen und guter Beziehung zu den Nachbarn: Alle wichtigen Informationen hier!

Kann ein so ein Platz als Grillplatz verwendet werden?

Unter einem Carport grillenDie gute Nachricht: Ja, ein Autounterstand kann als Unterstand für den Grill und sogar zum Grillen verwendet werden. Die schlechte Nachricht: Das funktioniert nicht bei jedem Carport. Ganz egal, ob ein Gasgrill, ein Elektrogrill oder ein Holzkohlengrill verwendet wird, es entsteht Hitze. Rund um den Grill wird es sehr heiß. Und das muss die Umgebung aushalten. Der Grill darf also nicht nahe der Wände des Carports stehen, sondern braucht viel Luft um sich herum. Ein kleiner, enger Autounterstand ist deshalb geeignet, um den Gartengrill bei schlechter Witterung unterzustellen. Anfeuern sollte man hier aber nicht. Denn die Hitze kann die Stützen des Unterstands oder die seitlichen Wände entflammen. Das Dach des Carports sollte hoch genug sein, dass eventueller Funkenflug und heißer, aufsteigender Rauch es nicht entzünden können. Ein weiteres Problem ist der Rauch. Sammelt der sich in dem an drei Seiten geschlossenen Unterstand, wird es darin sehr schnell sehr ungemütlich. Der Rauch muss abziehen können. Für den Autounterstand bedeutet das: Er muss wenigstens an zwei Seiten offen sein, besser an drei oder allen vier Seiten. Außerdem sollte ein Ventilator entweder den Rauch herausziehen oder nach draußen drücken. Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Dach etwas stärker zu neigen und zu teilen. Wenn ein Drittel der Dachfläche oder mehr etwas angehoben wird, kann der Rauch durch die Lücke im schrägen Dach abziehen. Wichtig ist dann aber, dass das höhere Dachstück ausreichend überlappt. Sonst regnet es in den Carport hinein. Ist eine solche Konstruktion geplant, sollte das schon in der Planungsphase berücksichtigt werden. Denn die Statik des Carports verändert sich dadurch, insbesondere was die Zug- und Druckkräfte bei Starkwind sowie Schneelasten angeht.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

 

  • Grundfläche des Unterstands geschickt planen: Raum muss Abstand zwischen Grill und Wänden/stützenden Strukturen erlauben
  • Rauchabzug einplanen: offene Seiten oder geteiltes Dach
  • Statik beachten, wenn der Autounterstand als Grillplatz geplant wird
  • Auf schwer entflammbares Material und hohes Dach achten
  • Möglichst rauchfrei anfeuern: Keinen oder wenig Anzünder verwenden, Holzkohlen entsprechend der Grillmenge, kein feuchtes oder behandeltes Holz verwenden, Tropfschale einplanen
  • Rücksicht auf die Nachbarn nehmen: Nach 22 Uhr leise sein
  • Grill niemals unbeaufsichtigt lassen, solange er noch heiß oder warm ist
  • Baugenehmigung beachten
  • Löschmöglichkeiten bereitstellen, Grill idealerweise an der offenen Außenseite aufstellen

Auf welche Risiken muss man achten?

Carport als Grillplatz nutzenDer Anlehncarport steht nicht frei, sondern ist an das Haus angebaut und entweder am Dach oder an der Wand befestigt. Das hat Vorteile, wenn es um die Einfahrt geht, ist aber hinsichtlich des Brandschutzes nicht ganz unbedenklich. Denn natürlich gilt für das Haus das Gleiche wie für den Unterstand: Der Grill muss von allem, was brennbar ist, weit genug entfernt sein. Brandgefahren gibt es beim Grillen zuhauf, weshalb auf einiges geachtet werden sollte. 248.077 Brandfälle gab es 2018 in Deutschland, und zumindest ein Teil davon wird von Grillfans verursacht. 355 Brandtote verzeichnete die deutsche Feuerwehr. Wie viele Brände, Tote und Verletzte auf Grill-Events zurückzuführen sind, ist der Statistik nicht zu entnehmen. Trotzdem sollten im Umgang mit dem offenen Feuer am Grill einige Dinge beachtet werden. Auf Benzin und Brennsprit als Anzündhilfe sollte man immer verzichten, insbesondere aber dann, wenn der Carport als Grillplatz dient. Brände entstehen beim Gasgrill, weil Leitungen undicht sind und Anschlüsse für Gaslecks sorgen - auch das sollte insbesondere beim Carport beachtet werden. Gaslecks findet man, indem die Gasleitungen mit Seifenwasser bestrichen werden. An undichten Stellen bilden sich Blasen. Der Grill muss immer fest und eben stehen, idealerweise im Freien. Soll unter einem Unterstand gegrillt werden, müssen die Abstände zu baulichen Konstruktionen eingehalten werden. Und bevor die Asche entsorgt wird, muss sie für wenigstens 48 Stunden ausglühen. Alternativ darf sie nach dem Abkühlen gut gewässert und in einem feuerfesten Behältnis entsorgt werden.

Kann ein Carport als Grillplatz auch im Winter genutzt werden?

Wer im Winter nicht mit dem Grill ins Haus ausweichen will (bei Elektrogrills ist das möglich), der kann auch im Autounterstand grillen. Allerdings müssen dann die oben genannten Punkte beachtet werden. Denn der Grill ist im Winter nicht ungefährlicher als im Sommer. Auf das Aufstellen eines Heizpilzes oder einer kleinen Ölheizung sollte man eher verzichten, denn auch das steigert die Brandgefahr.

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